Verwertung und Entsorgung von Bauabfällen

Rigips und Zementplatten verursachen hohe Kosten

Im Landkreis entstehen jedes Jahr bei Bau- und Abbruchtätigkeiten knapp 16.000 Tonnen Bauschutt. Im Bau- und Renovierungsstress denkt man oft nicht an die Entsorgung, unsortierter Bauabfall oder unüberlegter Materialkauf können aber wesentlich höhere Kosten verursachen. Bei Fragen gibt Abfallberater Peter Hägler unter dem Bürgertelefon (09602)793530 gerne Auskunft.

Alle verwertbaren Bauabfälle müssen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz recycelt werden. Eine Deponierung ist nur mehr die Ausnahme. Das Bauschuttrecycling ist auch preislich günstiger, sofern die Baustellenabfälle nicht verunreinigt sind. Zum Recycling eignen sich Betonbruch, Porenbetonsteine, Ziegel, Asphalt, Fliesen, Putz-, Mörtel- und Keramikabfälle. Es dürfen darunter keine Kunststoffabfälle, Hölzer oder unverwertbare Baustoffe wie Rigips, Dämmstoffe oder Eternitplatten enthalten sein. Letztere können wegen ihrer Inhaltsstoffe nur deponiert werden. Im vermischten Baustellenabfall müssen auch die Containerdienste oder Bauschuttverwerter vor der Verwertung diese Materialen aussortieren, eine Leistung die entsprechend zu bezahlen ist. Verwertbarer Bauschutt kostet direkt bei den Verwertungsanlagen ca. 14 bis 20 Euro die Tonne, verunreinigter Bauschutt jedenfalls mehr als 100 Euro für die Tonne.

Im Landkreis gibt es mit den Firmen Bergler in Troschelhammer, Hartinger in Kleinschwand sowie Hierold in Moosbach und Erpetshof drei Betriebe für Bauschuttrecycling bei denen direkt angeliefert werden kann. Daneben kennen die Containerdienste und Baufirmen die Entsorgungswege. In den Bauschuttrecyclinganlagen entstehen geprüfte, schadstofffreie Baustoffe. Nur diese überwachten Baustoffe dürfen für Unterbauten und Tragschichten sowie im Wegebau verwendet werden. Sie haben die technischen Eigenschaften für richtige Verdichtung, hohe Wasserdurchlässigkeit und Schadstofffreiheit. Eigenes Abbruchmaterial ohne eine Materialuntersuchung darf also nicht für neue Bauwerke oder Ausbesserungsflächen eingesetzt werden.

Bereits bei der Planung sollte man an die Kosten bei der Entsorgung denken. Rigipsabfälle fallen dann ins Gewicht, wenn sie großflächig verbaut werden. Wegen des Sulfatgehaltes gibt es für die Gipskartonplatten derzeit keine Verwertung und es muss der höhere Deponiepreis bezahlt werden, zuzüglich des Transports und eventuell der Containergestellung. Zementfaserplatten werden wieder vermehrt als Dachabdeckung oder Fassadenverkleidung verbaut. Obwohl die neuen Werkstoffe kein Asbest enthalten und auch sonst umweltverträglich sind, ist die Entsorgung schwierig. So kann der Bauschuttverwerter nicht unterscheiden, ob es sich um asbesthaltiges oder asbestfreies Material handelt. Auch bei einem Kaufbeleg oder einer Materialanalyse kann der Verwertungsbetrieb die Zugehörigkeit zum angelieferten Material anzweifeln. Derzeit können asbestfreie Dach- und Fassadenplatten nur wie belasteter Faserzement auf Deponien entsorgt werden. Dafür ist ein höherer Entsorgungspreis und die Verpackung der Platten in Big-Bags einzukalkulieren.

Annahmestelle für Rigips, Dämmstoffe und Eternitplatten ist die Deponie Steinmühle im Landkreis Tirschenreuth. Bei Kleinmengen Dämmstoffen oder Eternitplatten (bis zu einem einachsigen Pkw-Anhänger) kann auch die Deponie Kalkhäusl bei Mantel angefahren werden. Bei Dämmstoffen und Eternit handelt es sich um gefährliche Abfälle, die nur in Big Bags verpackt angeliefert werden dürfen. In Kalkhäusl ist nur Kleinmengenanlieferung möglich, da dort nicht mehr abgelagert wird, sondern der Landkreis die Abfälle in Containern für den weiteren Transport nach Steinmühle sammelt. In Kalkhäusl liegt der Entsorgungspreis damit auch mit 125 Euro pro Tonne (ab 01.01.15 für Dämmstoffe 125 Euro pro Kubikmeter) höher als in Steinmühle, wo die Tonne ab 01.01.15  71,40 Euro kostet (Dämmstoffe 71,40 pro Kubikmeter, mindestens 10 Euro pro Anlieferung). Terminvereinbarung und Hinweise zur Verpackung  telefonisch unter (09631) 700112 für die Deponie Steinmühle und über (09605) 1415 für Kalkhäusl.

 

Bauschutt

Bei Abbrucharbeiten anfallender Bauschutt wird überwiegend einer Verwertung zugeführt. Kostengünstig ist das nur, wenn bereits auf der Baustelle unverwertbares Material wie Holz, Kunststoff oder Rigips abgetrennt wird.

 

 Eternit in Big Bag

Für Dach- und Fassadenplatten aus Zementfaser ist nur die Entsorgung auf Deponien möglich. Das gilt auch für neuere asbestfreie Platten. Auch Sicherheitsgründen ist die Verpackung dieser Abfälle in stabilen Gewebesäcken, sogenannten Big Bags vorgeschrieben.